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Zukunft Bildung - die Top-Trends unter der Lupe
Die Schweizerische Stiftung für audiovisuelle Bildungsangebote (SSAB) hat anlässlich einer Open-Space Veranstaltung im April 2009 Top-Trends im Bildungswesen evaluiert.
Es geht um mehr, als den bisherigen Lerninhalt mit neuer Technologie zu vermitteln. Die Frage ist, wieweit sich die Bildungsinhalte selbst, Werthaltungen, methodisch-didaktische Ansätze und die Organisation von Lehren und Lernen verändern.

Diese Veränderungen wirken sich auf sämtliche Lehr- und Lernsituationen aus. Betroffen sind die Aus- und Weiterbildung in Hochschulen, in Betrieben und Unternehmungen wie generell der Erwachsenenbildung.
Dieser Wandel hat auch die Sekundarstufen II und I und selbst die Vorschulerziehung erfasst.

Top-Trend: Kreative Kompetenz wird immer wichtiger
Der Mensch ist, was die Maschine nicht ist.
Kreativität und Emotionalität sind wesentlich den Menschen vorbehalten.
Bildung sollte sich darauf konzentrieren, die in informationstechnischen Systemen verfügbare Information und technische Informationsverarbeitungsleistungen kreativ zu nutzen. (...)

Top-Trend: Technologie ist Trendtreiber
Aber warum sind nicht die Menschen mit ihren Bildungsbedürfnissen am Drücker?
Was bedeutet es, wenn die Technologie das Bildungswesen "abhängt", weil es nachhinkt, statt Schrittmacherfunktion wahrnimmt?
Technische Entwicklungen und soziale Innovationen beeinflussen sich gegenseitig.
Es ist daher von einem wechselseitigen Prozess auszugehen.
Die entscheidende Frage liegt darin, ob wir uns technischen Entwicklungen unterordnen über die Nutzung der neuen Technologien bestimmen.
Bei diesen Entscheiden zur Nutzung spielen gesellschaftliche Wertvorstellungen, individuelle und auch kollektive Interessen eine Rolle. (...)

Top-Trend: Wandel im Rollenverständnis der Lehrpersonen
vom Schulmeister zum Coach und Begleiter beim viel stärker selbständig organisierten Lernen Wissen und Können, das am Arbeitsplatz benötigt wird, stammt zu 80 Prozent aus informellem Lernen.
Die Bildungspolitik reagiert mit veralteten Strukturen, z.B. mit Stoffplänen oder mit der Bologna-Reform. Künftig stellt sich die Frage, wie informell erworbenes Wissen validiert und dokumentiert werden kann und soll.  (...)

Top-Trend: Individualisierung und selbstgesteuertes Lernen
Individualisierung kann als kompromisslose Selbststeuerung der Lernenden oder aber als individuelles Feedback der Lehrpersonen verstanden werden.
Selbstgesteuertes Lernen ist erst sinnvoll, wenn die Lernenden über genügend Sozial- und Sachkompetenz verfügen; es ist somit vom Alter abhängig.
Ein individuelles Feed-back der Lehrpersonen hilft den Lernenden, sich selber im Vergleich mit andern zu positionieren, die eigenen Stärken und Schwächen zu erkennen.
Oftmals wäre es besser, die Stärken zu fördern als die Schwächen ausbessern zu wollen. (...)

Top-Trend: Googelisierung, Facebook usw
Es gibt zwei Visionen von "Schule", jene, die von den Lehrplanzielen ausgeht und jene, die sich voll nach den Bedürfnissen der Lernenden richtet.
Bei der Nutzung der Technologien spielen wirtschaftliche Interessen wie auch Konzepte der Partizipation der Bürgerschaft eine Rolle.
Es gibt eine innovative neue Praxis, die sich als soziales Netzwerk manifestiert (social bookmarking, Apps).
Es gibt aber auch negative Auswirkungen, denen entgegen zu wirken ist: Ablenkung, welche die Konzentration erschwert, verminderte Gedächtnisleistung und wenig sinnvolles Multitasking.  (...)

Top-Trend: Globalisierung des Lernens
Mit Globalisierung des Lernens ist der weltweite Zugang zu Wissen, Erfahrungen und (digital abgebildeten) Kompetenzen angesprochen.
Der Lernprozess als solcher ist stets ein individueller Vorgang.
Wir alle können den freien, orts- und zeitunabhängigen Zugang zu Lernmaterialien nutzen, ungeachtet unserer Schichtzugehörigkeit oder finanzieller Möglichkeiten. Durch diesen freien Zugang verändert sich das Lernen selbst.
Nicht das Aneignen von Wissen, sondern die kritische Beurteilung des Wissens wird zentral.  (...)  (Quelle: www.educationalmedia.ch)

 


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